Kuscheldecke zum Anziehen: Strickjacke Chloe

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Diese Jacke ist mein Winterequivalent zu Flip Flops. Denn meine Theorie zur Beliebtheit von Flip Flops (vor allem im Büro) ist, dass man mit ihnen ein bisschen Urlaubsfeeling in den Alltag bringen kann. Mit diesem etwas unförmigen Jackendings ist es ähnlich: Das bringt ein bisschen Zu Hause ins Büro. Also das Schnuffeldecken-Feeling. Aber: Mit Style! 🙂

Das hat mich tatsächlich sofort begeistert, als ich die Schnittanleitung namens Chloe entdeckte: Sieht cool aus UND gemütlich!

Material: Wollgemisch aus Kaschmir, Merino, Seide und Nylon. Ne Menge davon.

Nadel: 100 cm Länge, Stärke 4

Muster: Falsches Patent und Wabenmuster (Bee Stitch) – Erklärung weiter unten

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Der Schnitt ist ziemlich simpel (ähnlich wie beim Paris-Sweater): Zwei kleinere Rechtecke werden zu einem großen zusammengenäht (daher die Rückennaht). Die Ecken klappt man nach vorne um (ähnlich wie beim Geschenke einpacken) und an die so entstandenen Spitzen, die nach außen weisen, näht man Ärmelbündchen an.

Dann kommt noch eine Schalkragenblende dran, und fertig! 🙂

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Zum Muster: Der Hauptteil ist im falschen Patentmuster gestrickt, die Blende in etwas, dass sich Bee stitch nennt. Heißt auf deutsch wohl Wabenmuster..

Falsches Patent:

Maschenzahl durch 4 teilbar, plus 1. Zwei rechts, zwei links im Wechsel. Nächste Reihe wieder mit zwei rechts, zwei links. Durch die ungerade Maschenzahl verschiebt sich das Ganze zu dem entsprechenden Muster!

Bee stitch:

Ungerade Maschenzahl. 1. Reihe: alles rechts. 2. Reihe: 1 rechts, *1 Masche in die Reihe drunter stricken, 1 rechts*. Von * bis * wiederholen, bis die Reihe zu Ende ist. 1. und 2. Reihe immer wiederholen.

1 Masche in die Reihe drunter stricken:

Klingt komplizierter als es ist! Gemeint ist, dass man nicht in die nächste Masche auf der linken Nadel einsticht, sondern in die, die sich DARUNTER, also in der vorigen Reihe befindet. Die einfach so behandeln, als wollte man normal eine rechte Masche stricken. Beim Durchziehen des Fadens die eigentliche nächste Masche unbeachtet von der linken Nadel gleiten lassen. Hier seht ihr das als Video.

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Beim nächsten Mal würde ich die Schalblende etwas länger machen, so dass sie noch weiter nach unten reicht. Und ich habe gelernt, dass es schlau ist, die Maschenprobe zu WASCHEN, um rauszufinden, wie sehr sich das fertige Strickstück wohl dehnt. Hatte ich nicht gemacht, und es hat sich gedehnt wie Hulle. Nun gut. Weiß ich jetzt.

Ach ja – klarer Nachteil des Schnitts: Unter einer Winterjacke trägt es sich nicht so irre bequem, man hat dann Riesen-Wollbeulen irgendwo in der Schulterregion sitzen….

Dieser Beitrag ist auch auf dem Me Made Mittwoch zu finden – wenn ihr sehen wollt, was da noch vorgestellt wird, einfach klicken!

Viele Grüße

Bastelschaf

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