Großprojekt: Quilt nähen

Quilt Tagesdecke Patchworkdecke selber nähen

Diese fantastische Tagesdecke (zugegeben: nichts für Freunde von schlicht und uni) war das Hochzeitsgeschenk für meine Schwester und ihren Mann. Ich fand die Symbolik (handgemacht, was fürs Schlafzimmer etc.) sehr schön für eine Hochzeit.

Da ich schon ahnte, dass das eine Heidenarbeit werden könnte, habe ich zur Sicherheit vorher nachgefragt, ob man sich denn über dieses Geschenk überhaupt freuen würde – auch wenn die Überraschung dann natürlich nicht mehr sooo riesig war 😉 So hatte ich wenigstens Gelegenheit, noch die Lieblingsfarbe meines zukünftigen Schwagers zu erfragen (blau).

Hier seht ihr meine darauf folgende Stoffauswahl:

Patchworkdecke nähen Anleitung

Falls ihr mit dem Begriff Quilt nichts anfangen könnt: Ist im Prinzip das Gleiche wie eine Patchworkdecke. Er besteht aus drei Lagen (Stoff oben, Volumenvlies in der Mitte, Stoff unten) und am Ende, und das ist das entscheidende, werden alle Nähte der Patchworkoberseite nochmal durch alle drei Lagen durchgenäht, das ist der Arbeitsschritt, der dann Quilten heißt! Dadurch bekommt man diesen Steppdecken-Look.

Ach ja, kleine Vorwarnung: Das Ganze ist kein wirklich günstiger Spaß, zumindest nicht in der Größe und wenn man halbwegs schöne Stoffe nehmen möchte…

DAS BRAUCHT IHR:

Stoff und Volumenvlies,

Schneidematte (ist grün und hat gelbe Linien drauf) –> HIER findet ihr die Schneidematte und das andere Zubehör genau beschrieben, mit Foto

Patchworklineal (für die rechten Winkel)

Stoffmesser/Rollschneider (sieht aus wie ein großer Pizzaroller)

Obertransportfuß für die Nähmaschine – kein Muss aber praktisch (gibts im Internet, meiner hat ca. 30 Euro gekostet)

lange Stecknadeln

viiiel Garn

Ersatznadeln für die Nähmaschine (mir sind ganze drei Stück abgebrochen)

UND SO GEHTS:

1. Größe des Endprodukts festlegen  (in meinem Fall: 2,10×2,10m)

2. Stoffe aussuchen (Ich hab mich entschieden, pro Reihe 10 Kästchen zu machen, in 10 verschiedenen Farben. Ergo: 10 Stoffe). Bei der Auswahl seid ihr völlig frei, aber es bietet sich an, Stoffe in ungefähr der gleichen Dicke zu nehmen, näht sich besser. Nicht den Stoff für die Rückseite vergessen!! Meine Stoffe habe ich bei Frau Tulpe in Hamburg erstanden.

3. Volumenvlies aussuchen (es gibt verschiedene Stärken, auch Sorten zum Aufbügeln. Ich habe normalen genommen, Aufbügeln ist aber vielleicht gar nicht so doof..)

4. Stoffe zur Sicherheit einmal waschen (damit sie nicht NACH dem Zusammennähen beim Waschen einlaufen) und bügeln.

5. Eine große Fläche in der Wohnung freiräumen 😉

6. Mit Hilfe von Schneidematte, Lineal und Stoffmesser exakte Quadrate zurechtschneiden (inkl. 1,5cm Nahtzugabe auf allen Seiten).

7. Quadrate in Reihen arrangieren –  ob ihr bunt durchmischt oder die verschiedenen Stoffe symmetrisch anordnet, ist reine Geschmackssache!

8. Jeweils alle Stoffteile aus einer Reihe zusammennähen (rechte Stoffseiten innen). Auf der linken Seite am besten mit Stoffmarker die Nummer der Reihe notieren, dann kommt ihr später nicht durcheinander!

9. Nahtzugaben flachbügeln. TIPP: Die Nahtzugaben aller geraden Reihen nach links bügeln, die der ungeraden Reihen nach rechts.

10. Jeweils zwei Reihen zusammenstecken und -nähen (rechte Stoffseiten innen). Da die Nahtzugaben in unterschiedliche Richtungen gebügelt wurden, kann man die schön bis zum Anschlag gegeneinader schieben und erhält so ganz exakt zusammenpassende Nähte. (Hoffe, das Prinzip ist klar geworden? Sonst einfach nachfragen!)

11. Jetzt solltet ihr ein gigantomanisches Stoffstück haben. Wenn nicht, ist irgendwas schrecklich schief gelaufen….

12. Stoff für die Rückseite auf die gewünschte Größe zusammennähen bzw. zuschneiden – auf dem Fußboden glatt ausbreiten (linke Seite oben).

13. Ebenso mit dem Volumenvlies verfahren, auf den Rückseitenstoff legen.

Volumenvlies

TIPP: Damit die Mitten übereinanderliegen, beim Stoff und beim Vlies jeweils die Mitte jeder Seite mit einer Stecknadel markieren. Die Nadeln beider Lagen aneinander ausrichten.

14. Als letztes die obere Stofflage aus Quadraten drauflegen, rechte Seite oben. Ebenso markieren und ausrichten, wie die beiden anderen Lagen. Mit den langen Stecknadeln alle drei Lagen zusammenstecken.

15. Jetzt beginnt der unhandliche Teil: Alle Nähte der oberen Stoffschicht müssen noch einmal nachgenäht werden, und zwar dieses Mal durch ALLE DREI LAGEN! Problem dabei: Ihr habt ein gigantisches Deckenungetüm, das ihr irgendwie durch die Nähmaschine bugsieren müsst…. Am praktischsten ist es, die Decke zusammen zu rollen und nur den Teil aufzurollen, an dem ihr gerade näht. Ich habe im Internet auch Tipps gelesen, beim Nähen Noppenhandschuhe anzuziehen, damit man den Stoff besser schieben kann. Ähm, also, ich bin ohne ausgekommen…

16. Alle Nähte nachgenäht? FAST GESCHAFFT! Jetzt fehlt nur noch die Umrandung, auch Einfassung oder Binding genannt. Weil mein Quilt schon fertig ist und ich euch die Arbeitsschritte also nicht mehr fotografisch dokumentieren kann, schaut am besten mal bei der gut erklärten Anleitung von Pech und Schwefel. Alternativ hier, bei patchwork-anleitungen.de.

17. Wer mag, kann auf Vorder- oder Rückseite noch ein kleines Label aufnähen, mit Initialen, Datum der Fertigstellung oder was auch immer einem einfällt.

Patchworkdecke nähen Label Rückseite

Und dann….

JUHU, ENDLICH FERTIG!!!

Hier noch ein (leider verschwommenes *hüstel*) Bild der Rückseite:

Patchworkdecke Quilt nähen Anleitung kostenlos

Angenehme Träume wünscht

Das Bastelschaf

Neues vom Bastelschaf Logo

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8 Gedanken zu „Großprojekt: Quilt nähen

  1. halllo 🙂 bin über deinen blog gestolpert und ganz besonders von dieser wundervollen Tagesdecke begeistert!!
    Bin gespannt auf das, was noch alles kommt!
    Liebste Grüße,
    Kaddi

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